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Cannabinoide lindern Schmerzen und verbessern effektiv die Lebensqualität Cannabinoide lindern Schmerzen und verbessern effektiv die Lebensqualität
Nicht nur wenn Standardtherapien ausgeschöpft sind, stellt der Einsatz von Cannabinoiden eine gut wirksame und verträgliche Option in der Schmerztherapie dar. Endlich sieht auch... Cannabinoide lindern Schmerzen und verbessern effektiv die Lebensqualität

Nicht nur wenn Standardtherapien ausgeschöpft sind, stellt der Einsatz von Cannabinoiden eine gut wirksame und verträgliche Option in der Schmerztherapie dar. Endlich sieht auch die Schulmedizin ein: Cannabinoide sind ein effektives Schmerzmedikament und weisen auch noch andere positive Effekte auf.

Am Deutschen Schmerz- und Palliativtages, der vom 09. bis 15. März online stattgefunden hoben Experten neben der schmerzlindernden Wirkung
auch die positiven Begleiteffekte hervor: Besserer Schlaf,
bessere Stimmung, höhere Lebensqualität. Andere Schmerzmedikamente können dann oft deutlich geringer dosiert oder sogar abgesetzt werden.
Vor vier Jahren trat endlich, nach langem Kampf, das Gesetz „Cannabis als Medizin“ in Kraft, das die Verordnung cannabishaltiger Arzneimittel bei schwerkranken Patienten erlaubt. Ärzte müssen die
Verordnung leider immer noch bei der Krankenkasse des Patienten beantragen und können nach einem positiven Bescheid die Therapie beginnen.

Dazu der bekannte Maler, Jens Rusch, der selbst eine schwere Krebserkrankung überstanden hat und mit seiner Initiative „Stark gegen Krebs“ Menschen in ähnlichen Situationen, vor allem Krebskranken im Endstadium, hilft: „Man muss bedenken: nicht alle Medikamente sind für austherapierte Menschen tauglich, die schmerzfrei sterben wollen. Ich weiß inzwischen welche gut sind und welche nicht. Ich, zum Beispiel wurde mit Morphium behandelt. Morphium versteinert aber den Magen. Die Peristaltik hört vollkommen auf. Deshalb gibt man zum Beispiel Morphium Magen-Patienten, wenn man sie operieren möchte. Damit das Gewebe fest ist und nicht immer am Pumpen bei der Operation. Der Magen hört sozusagen auf zu arbeiten, was auch bedeutet: keinen Stuhlgang mehr zu haben und man fühlt sich bis in die Speiseröhre voll. Und letztlich kommt oben alles wieder raus. So ist es mir ergangen. Grauenhaft, ich wäre daran fast gestorben. Hätte man mir damals statt Morphium Cannabis gegeben, vor allem das THC, wäre das nicht passiert. Die Schmerzlinderung wäre aber die gleiche gewesen, vielleicht sogar noch besser. Damals war man aber noch nicht so weit.

Inzwischen liegen Studien- und Registerdaten vor, die bei den meisten Patienten eine gute schmerzlindernde Wirkung belegen. Zudem weisen sie positive Effekte auf die Lebensqualität nach. Patienten berichten
über eine Verbesserung ihrer Schlafqualität und können ihren Alltag besser bewältigen.
Insgesamt haben wir mit Cannabinoiden eine gut wirksame und verträgliche Schmerztherapie. Besonders relevant sind die Verbesserungen im Alltag unserer Patienten“, so Dr. Johannes Horlemann, Tagungspräsident des Deutschen Schmerz- und Palliativtages und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS).
Schwerkranke Patienten, für die Cannabinoide in Frage kommen, sollten einen Arzt finden, der Erfahrung im Umgang mit diesen Therapien hat. Mittlerweile gibt es effektive Fortbildungen der DGS für Ärzte im Umgang mit Cannabinoiden.

Es kommen vorrangig Fertig-Arzneimittel oder Rezeptur-Arzneimittel zum Einsatz. „Blüten können in der Praxis dann sinnvoll sein, wenn ein schneller und kurzfristiger Bedarf an Cannabis besteht“, so Horlemann. Um gesundheitsschädigende Wirkungen zu vermeiden,
sollten Patienten die Blüten allerdings verdampfen statt sie zu rauchen.

Während andere Länder wie Portugal und die Niederlande Cannabis schon lange legalisiert haben, hinken Deutschland und Österreich mal wieder hinterher. Eine Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis ist längst überfällig.

Ein paar Fakten:

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit rund 4.000 Mitgliedern und 125
Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen.
In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Schmerzliga e. V. ist es ihr vorrangiges Ziel, die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten
orientierte Therapie. Dafür arbeiten die Mitglieder der DGS tagtäglich in ärztlichen Praxen, Kliniken, Schmerzzentren, Apotheken, physiotherapeutischen und psychotherapeutischen Einrichtungen
interdisziplinär zusammen.

Der von der DGS gestaltete jährlich stattfindende Deutsche Schmerz- und Palliativtag zählt seit 1989 auch international zu den wichtigen Fachveranstaltungen und Dialogforen. Aktuell versorgen gut 1.200 ambulant tätige Schmerzmediziner die zunehmende Zahl an Patienten. Für eine flächendeckende Versorgung der 3,4 Millionen schwerstgradig Schmerzkranken wären mindestens 10.000
ausgebildete Schmerzmediziner nötig. Um eine bessere Versorgung von Menschen mit chronischen
Schmerzen zu erreichen, fordert die DGS ganzheitliche und bedürfnisorientierte Strukturen – ambulant wie
stationär – sowie eine grundlegende Neuorientierung der Bedarfsplanung.

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Quelle: PM des Deutschen Schmerz- und Palliativtags

Dr. Polwin-Plass Lydia Inhaberin und Chefredakteurin

Als promovierte Journalistin/Publizistin arbeite ich als freie Journalistin und Pressefotografin in Frankfurt am Main und Umgebung. Meine Themenschwerpunkte sind Vertrieb, Marketing, Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und Alternativmedizin. Zu medizinischen Themen konnte ich mir im Laufe der Jahre durch Mitwirkung an medizinischen Projekten und Verfassen zahlreicher Gesundheitsbroschüren viel Wissen und Erfahrung aneignen. Im Frühjahr 2015 gründete sie mein erstes Online Magazin "Metalogy.de" und 2019 folgte "Gesund heute und morgen".