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Je näher am Äquator, desto weniger COVID-19 –Infektionen Je näher am Äquator, desto weniger COVID-19 –Infektionen
Länder, die näher am Äquator liegen, verzeichnen weniger COVID-19-Infektionen pro Million Einwohner/innen. Das lieget hauptsächlich an deren Wärme und Luftfeuchtigkeit. So erklärt sich auch... Je näher am Äquator, desto weniger COVID-19 –Infektionen

Länder, die näher am Äquator liegen, verzeichnen weniger COVID-19-Infektionen pro Million Einwohner/innen. Das lieget hauptsächlich an deren Wärme und Luftfeuchtigkeit. So erklärt sich auch der saisonale Effekt und die Entspannung der COVID-19-Pandemie in den Sommermonaten in unseren Breiten. Etwaige weitere Wellen hängen jedoch maßgeblich vom Impffortschritt, den Eindämmungsmaßnahmen und der Entwicklung infektiöserer Virusvarianten andererseits, ab. Das ist das Ergebnis einer Studie von Professor Klaus Prettner vom Institut für Makroökonomie der WU.

Sobald die Temperaturen im Herbst und Winter erneut sinken wird ein Wiederaufflammen der COVID-19-Pandemie begünstigt. Klaus Prettner hat in einer breit angelegten Studie gemeinsam mit Ko-Autor/inn/en aus Harvard, Stanford, Heidelberg, der IIASA in Laxenburg, dem Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital und der Chinesischen Akademie der medizinischen Wissenschaften den Zusammenhang zwischen klimatischen Bedingungen und COVID-19 untersucht. 

Die Beziehung zwischen COVID-19 und dem Klima konnte mit den verfügbaren Daten bereits im April 2020 im Preprint der Studie gezeigt werden. Nun wurde dieser Zusammenhang mit den Daten bis Januar 2021 bestätigt. Der genaue zugrundeliegende Mechanismus kann mit den Daten der Verfasser/innen allerdings nicht eindeutig gezeigt werden. Denkbar sind unterschiedliche Wirkungskanäle wie ein direkter klimatischer Effekt auf die Ausbreitung des Virus, oder ein indirekter Effekt. Da das Immunsystem im Winter anfälliger für Infektionen ist, oder auch ein indirekter Effekt über das Verhalten der Menschen, die im Sommer weniger Zeit in geschlossenen Innenräumen verbringen, in denen die Ansteckungswahrscheinlichkeit höher ist, nachvollziehbar.

Je wärmer das Land desto weniger Corona-Fälle

Je näher ein Land am Äquator liegt, desto weniger bestätigte Fälle des COVID-19-Virus pro Million Einwohner/in treten auf. Je näher am Äquator, desto höher sind tendenziell die Luftfeuchtigkeit, die Temperaturen und die Intensität der UV-Strahlung. Dies zu wissen ist wichtig, um entsprechende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des COVID-19-Virus zeitlich optimal zu planen. Unsere Ergebnisse bedeuten insgesamt jedoch nicht, dass Länder, die näher am Äquator sind, gar nicht von der Pandemie betroffen sind oder das Virus im Sommer ganz verschwinden wird“, so Klaus Prettner, Professor für Makroökonomie und Digitalisierung an der WU. Wie sich die COVID-19-Pandemie im Sommer entwickeln wird, hängt auch von weiteren den neuen Varianten und Mutationen des SARS-COV-2-Virus.

Zahl der COVID-19-Fälle pro Million Einwohner/innen 

Die folgende Liste enthält Beispiele der jemals aufgetretenen Infektionen pro Million Einwohner/innen (bis 9. Mai 2021). Auch hier ergibt sich das Bild, dass tendenziell Länder, die weiter vom Äquator entfernt liegen, stärker von der Corona Pandemie betroffen sind, als Länder, die näher am Äquator liegen, etwa in Afrika (Quelle: Our World in Data): 
Europäische Union: 70 777
Tschechische Republik: 153 615
Frankreich: 85 671
Österreich 70 070
Italien: 67 997
Deutschland: 42 143
USA: 98 814
UK: 65 560
Mexiko: 18 349
Indonesien: 6 265
Kenia: 3 042
Ghana: 2 991
Ägypten 2 320
Thailand: 1 194
Nicaragua 1 055
Nigeria: 802

Quelle: WU Wien

Link zur Studie: Climate and the Spread of COVID-19: Simiao Chen, Klaus Prettner, Michael Kuhn, Pascal Geldsetzer, Chen Wang, Till Bärnighausen & David E. Bloom 

Über WU Professor Klaus Prettner, Institut für Makroökonomie 

Dr. Polwin-Plass Lydia Inhaberin und Chefredakteurin

Als promovierte Journalistin/Publizistin arbeite ich als freie Journalistin und Pressefotografin in Frankfurt am Main und Umgebung. Meine Themenschwerpunkte sind Vertrieb, Marketing, Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und Alternativmedizin. Zu medizinischen Themen konnte ich mir im Laufe der Jahre durch Mitwirkung an medizinischen Projekten und Verfassen zahlreicher Gesundheitsbroschüren viel Wissen und Erfahrung aneignen. Im Frühjahr 2015 gründete sie mein erstes Online Magazin "Metalogy.de" und 2019 folgte "Gesund heute und morgen".