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Postnatale Depressionen – ein Phänomen unserer Zeit Postnatale Depressionen – ein Phänomen unserer Zeit
In den letzten Jahren haben einige prominente Mütter wie Gwyneth Paltrow, Serena Williams oder Adele offen über Depressionen nach der Geburt ihrer Kinder gesprochen.... Postnatale Depressionen – ein Phänomen unserer Zeit

In den letzten Jahren haben einige prominente Mütter wie Gwyneth Paltrow, Serena Williams oder Adele offen über Depressionen nach der Geburt ihrer Kinder gesprochen. Auch Meghan Markle hat kürzlich in ihrem Interview mit Oprah Winfrey das Thema mentale Gesundheit von Schwangeren und Müttern in den ersten Wochen ins Licht gerückt. In Deutschland wird über dieses Thema kaum gesprochen. Dr. Harvey Karp, renommierter US-Kinderarzt, Bestsellerautor u.a. des Elternratgebers „Das glücklichste Baby der Welt” erklärt im nachfolgenden Statement weshalb postnatale Depressionen und Angststörungen so häufig sind und wo sich Betroffene Hilfe holen können.

„Mit ihrem Interview in der Talkshow von Oprah Winfrey hat Meghan Markle das Licht auf den mentalen Gesundheitszustand von Schwangeren und frischgebackenen Mütter geworfen und damit eine wichtige Diskussion angestoßen. Zwischen 10 bis 20 Prozent aller Frauen leiden nach der Geburt an postnatalen Depressionen – ungefähr 5 bis 10 Prozent sogar an postnatalen Angststörungen.

Es ist ganz normal, dass sich Mütter von den außergewöhnlichen Erfahrungen der Wehen, der Geburt und dem Beginn des Stillens überwältigt fühlen. Plötzlich sind sie gemeinsam mit ihrem Partner für einen Menschen verantwortlich, der ein bisher unbekanntes Maß an Fürsorge benötigt. Und wenn dann noch totale Erschöpfung aufgrund von Schlafmangel und Überforderung hinzukommt, kann das wie der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. 

Frühere Generationen von Eltern lebten in Großfamilien, die ihnen in dieser herausfordernden Zeit zur Seite standen. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass viele Eltern diese Unterstützung nicht haben. Kein Wunder also, dass postnatale Depressionen und Angststörungen bei Eltern in heutigen Zeiten zunehmen. Denn es sind nicht nur Mütter, die daran erkranken. Auch Väter und Adoptiveltern leiden darunter, was zeigt, dass postnatale Depressionen nicht nur hormonell bedingt sind.

Viele Eltern zögern aber, sich anderen anzuvertrauen, aus Angst, verurteilt zu werden. Dabei ist es so wichtig, Sorgen mit jemandem teilen zu können. Betroffene sollten sich daher an Freunde, Familie, ihren Arzt/ihre Hebamme oder an Online-Selbsthilfegruppen wenden. Postnatale Depressionen oder Angstzustände können mit Gesprächstherapie, Medikamenten, Unterstützung bei der Babypflege und therapeutischen Techniken behandelt werden – viele davon können auch online in Anspruch genommen werden.”

Über Dr. Harvey Karp, Kinderarzt sowie Gründer und CEO von Happiest Baby
Dr. Harvey Karp ist einer der renommiertesten Kinderärzte Amerikas und Experte für kindliche Entwicklung. Zudem ist er Gründer von Happiest Baby, einem Unternehmen, das smarte Technologielösungen für Eltern entwickelt. Dr. Karp hat über 25 Jahre als Kinderarzt in Los Angeles praktiziert. Heute lehrt er an der USC School of Medicine und ist Mitglied der US-amerikanischen Vereinigung für Pädiatrie (AAP, American Academy of Pediatrics).

Dr. Polwin-Plass Lydia Inhaberin und Chefredakteurin

Als promovierte Journalistin / Publizistin und Pressefotografin befasse ich mich mit verschiedenen Themenschwerpunkten: Vertrieb, Marketing, Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und Alternativmedizin. Zu medizinischen Themen konnte ich mir im Laufe der Jahre durch Recherche, Lektüre und das Verfassen zahlreicher Gesundheitsbroschüren viel Wissen und Erfahrung aneignen. Im Frühjahr 2015 gründete ich mein erstes Online Magazin "Metalogy.de" und 2019 folgte "Gesund heute und morgen".