Nach Enthüllungen zu Tierquälerei bei „Dithmarscher Geflügel“: Große Handelsketten stoppen Belieferung
AllgemeinGesundheitsnewsUmweltnachrichten 28. Dezember 2025 Dr. Polwin-Plass Lydia
Schockierende Aufnahmen aus einem Geflügelschlachthof in Brandenburg setzen den Handel unter Druck: Nach der Aufdeckung massiver Tierquälerei ziehen laut Aninova erste große Supermarktketten Konsequenzen. EDEKA, Kaufland und die Bünting-Gruppe stoppen vorerst die Belieferung – weitere Prüfungen laufen.
Nach der Aninova-Veröffentlichung belastender Videoaufnahmen aus einem Geflügelschlachthof in Seddiner See, in dem Tiere für die Marke „Dithmarscher Geflügel“ verarbeitet werden, ziehen erste große Handelsunternehmen Konsequenzen. Die Bünting-Gruppe, EDEKA und Kaufland erklärten gegenüber der Tierrechtsorganisation ANINOVA, die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Betrieb vorerst auszusetzen, bis die Vorwürfe vollständig aufgeklärt sind.
Konkret bedeutet dies, dass bereits gelieferte Produkte in den Filialen noch verkauft werden dürfen, aktuell jedoch keine neuen Bestellungen erfolgen. ANINOVA begrüßt diesen Schritt ausdrücklich und wertet ihn als notwendige Reaktion auf die erhobenen Vorwürfe. Würden alle Supermarktketten so konsequent handeln, wäre Tierquälerei in Zucht- und Schlachtbetrieben wahrscheinlich bereits ausgemerzt und ständige Video-Überwachung der Mitarbeiter, die direkten Kontakt zu den wehrlosen Tieren haben, eine Selbstverständlichkeit und verpflichtende Schutzmaßnahme.
Tatvorgang
Bereits vor einigen Tagen hatte ANINOVA umfangreiches Bildmaterial aus dem Geflügelschlachthof der Lorenz Marken Geflügel GmbH & Co. KG veröffentlicht. Die Aufnahmen dokumentieren schwere Verstöße gegen den Tierschutz bei der Schlachtung von Gänsen und Enten sowie einen insgesamt unangemessenen Umgang mit lebenden Tieren. Das Material wurde der Organisation anonym zugespielt.
Inzwischen liegt weiteres Videomaterial vor, das derzeit fachlich geprüft wird. Nach ersten Einschätzungen deutet dieses darauf hin, dass die dokumentierten Übergriffe nicht auf Einzelfälle beschränkt waren, sondern von mehreren Mitarbeitenden wiederholt und an unterschiedlichen Tagen begangen wurden.
„Dass große Handelsunternehmen nun reagieren und die Belieferung zumindest vorläufig einstellen, ist ein wichtiges Signal“, erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. „Wer Tierquälerei glaubwürdig ablehnt, muss auch bereit sein, wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen.“
Mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage richtet ANINOVA zudem einen Appell an Verbraucherinnen und Verbraucher. Wer Tierleid sicher vermeiden wolle, könne sich bewusst für eine pflanzliche, vegane Ernährung entscheiden. Gerade in der Weihnachtszeit biete sich die Möglichkeit, Werte wie Mitgefühl, Verantwortung und Respekt gegenüber Tieren im eigenen Konsumverhalten sichtbar zu machen.
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