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INTERGASTRA 2026 – Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Konzepte prägen die Zukunft der Hospitality-Branche INTERGASTRA 2026 – Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Konzepte prägen die Zukunft der Hospitality-Branche
Die INTERGASTRA 2026 setzte klare Signale für den Wandel in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Im Mittelpunkt standen nachhaltige Konzepte, vegane Food-Innovationen und zukunftsfähige Lösungen... INTERGASTRA 2026 – Nachhaltigkeit und pflanzenbasierte Konzepte prägen die Zukunft der Hospitality-Branche

Die INTERGASTRA 2026 setzte klare Signale für den Wandel in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Im Mittelpunkt standen nachhaltige Konzepte, vegane Food-Innovationen und zukunftsfähige Lösungen für Kita- und Schulverpflegung. Die Leitmesse wurde damit erneut zum Impulsgeber für eine Branche im Aufbruch.

Orientierung in Zeiten des Wandels

Mit über 80.000 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern unterstrich die INTERGASTRA 2026 ihre Bedeutung als zentrale Plattform der Hospitality-Branche. Statt reiner Produktschau setzte die Messe auf thematische Fokussierung und praxisnahe Lösungsansätze. Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und innovative Ernährungskonzepte zogen sich dabei wie ein roter Faden durch zahlreiche Formate.

Wir schaffen thematische Milieus, die Orientierung bieten, Austausch fördern und konkrete Lösungen liefern“, betonte Stefan Lohnert, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Genau diese strategische Ausrichtung machte deutlich: Die Zukunft der Branche ist eng mit ökologischer Verantwortung und neuen Ernährungstrends verknüpft.

Gemeinschaftsverpflegung als Hebel für nachhaltige Ernährung

Mit der Sonderschau „Klasse(n)essen – LunchLab“ rückte die INTERGASTRA erstmals die Gemeinschaftsverpflegung in den Mittelpunkt. Angesichts des ab 2026 geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung gewinnt die Schul- und Kitaverpflegung massiv an Bedeutung – sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Im Zentrum standen Fragen zu:

  • nachhaltiger Beschaffung

  • Qualitätsstandards

  • regionalen Wertschöpfungsketten

  • Digitalisierung von Bestell- und Warenwirtschaftssystemen

  • pädagogischer Einbindung von Ernährung

Gerade im Bereich der Schulverpflegung zeigt sich das Potenzial pflanzenbasierter Konzepte besonders deutlich. Vegane und vegetarische Speiseangebote gelten nicht mehr als Nischenoption, sondern als strategischer Bestandteil nachhaltiger Verpflegungssysteme. Sie ermöglichen:

  • Reduktion des CO₂-Fußabdrucks

  • geringeren Ressourcenverbrauch

  • Kosteneffizienz bei steigenden Qualitätsanforderungen

  • inklusive Speisepläne für unterschiedliche Ernährungsformen

Unter dem Motto „Schule isst Teamwork“ wurde deutlich: Nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung funktioniert nur im Zusammenspiel von Kommunen, Caterern, Produzenten und Bildungseinrichtungen.

NEWFOOD X NOW – Bühne für pflanzenbasierte Innovationen

Ein besonderes Signal setzte die Premiere von NEWFOOD X NOW. Rund 50 Start-ups präsentierten zukunftsweisende Food-Konzepte für Gastronomie und Handel. Viele Innovationen kamen aus dem Bereich alternativer Proteine, pflanzlicher Convenience-Produkte und nachhaltiger Verpackungslösungen. Ich habe versucht alle Start-ups in meiner Fotostrecke zu verewigen.

Die Innovationsplattform zeigte, wie dynamisch sich der Markt für vegane Lebensmittel entwickelt:

  • pflanzliche Fleisch- und Fischalternativen

  • fermentationsbasierte Proteinlösungen

  • hybride Produkte mit reduziertem Tierproteinanteil

  • Zero-Waste-Konzepte

  • nachhaltige Zutaten mit transparenter Herkunft

Damit wurde deutlich: Die pflanzenbasierte Küche ist längst wirtschaftlicher Faktor und nicht mehr nur ethisches Statement.

Verantwortung als Genussprinzip

Auch Initiativen wie freakstotable stellten die kulturelle Verantwortung im Umgang mit Lebensmitteln in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Zukunft Geschmack“ wurde Genuss neu definiert – als bewusste, nachhaltige und sensorisch anspruchsvolle Erfahrung.

Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext nicht Verzicht, sondern Qualitätssteigerung: bessere Rohstoffe, weniger Verschwendung, stärkere Wertschätzung. Gerade vegane und saisonale Konzepte profitieren von dieser neuen Genusskultur.

Nachwuchsförderung und nachhaltige Kompetenzen

Mit dem Young Talents Camp wurde deutlich, dass die Transformation der Branche auch personell begleitet werden muss. Junge Fachkräfte interessieren sich verstärkt für:

  • nachhaltige Küchenkonzepte

  • pflanzenbasierte Ernährung

  • innovative Food-Technologien

  • verantwortungsvolle Betriebsführung

Nachhaltigkeit entwickelt sich damit zunehmend zum Karrierefaktor und Wettbewerbsvorteil für Betriebe.

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche und klimaverwantwortliche Notwendigkeit

Ob Pizza Europa Liga, Food & Concept Court oder das Messeduo mit der GELATISSIMO – in vielen Formaten spiegelte sich der Trend zu ressourcenschonenden Zutaten, energieeffizienter Technik und pflanzenbasierten Produktentwicklungen wider.

Die starke Beteiligung aus verschiedenen Bundesländern sowie die positive Branchenstimmung zeigen: Nach schwierigen Jahren rücken nicht nur wirtschaftliche Chancen in den Fokus, sondern auch strukturelle Transformation.

Fazit

Die INTERGASTRA 2026 hat eindrucksvoll verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit und vegane Lebensmittel keine Randthemen mehr sind, sondern zentrale Treiber der Hospitality-Branche. Besonders in der Gemeinschaftsverpflegung wird sich entscheiden, wie konsequent ökologische Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und Ernährungsbildung miteinander verbunden werden können.

Mit innovativen Start-ups, praxisnahen Konzepten und klarer inhaltlicher Fokussierung hat die Messe gezeigt: Die Zukunft der Gastronomie ist pflanzenbasierter, ressourcenschonender und kooperativer. Wer langfristig erfolgreich sein will, kommt an nachhaltigen Strategien und veganen Angeboten nicht mehr vorbei.

Die INTERGASTRA hat damit nicht nur Trends abgebildet – sie hat sie aktiv mitgestaltet.

Dr. Polwin-Plass Lydia Inhaberin und Chefredakteurin

Als promovierte Journalistin / Publizistin und Pressefotografin befasse ich mich mit verschiedenen Themenschwerpunkten: Vertrieb, Marketing, Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und Alternativmedizin. Zu medizinischen Themen konnte ich mir im Laufe der Jahre durch Recherche, Lektüre und das Verfassen zahlreicher Gesundheitsbroschüren viel Wissen und Erfahrung aneignen. Im Frühjahr 2015 gründete ich mein erstes Online Magazin "Metalogy.de" und 2019 folgte "Gesund heute und morgen".