Schockbilder aus Tönnies-Schlachthof Versteckte Kameras zeigen Schweine in Höllenqualen
AllgemeinErnährungstippsGesundheitsnews 20. Oktober 2026 Dr. Polwin-Plass Lydia
Animal Rights Watch (ARIWA) deckt auf: Undercover-Aufnahmen mit versteckten Kameras aus einem Tönnies-Schlachthof (Kellinghusen, Schleswig-Holstein) zeigen Schreckliches. Das Material stammt aus den Monaten März und April und zeigt, wie Schweinen, die noch leben, Füße abgeschnitten werden. Regelmäßig werden fehlbetäubte Tiere entblutet, mit der Folge, dass sie ihre Tötung bei Bewusstsein erleben. Und Tiere werden routinemäßig geschlagen und in Gittern eingeklemmt. ARIWA erstattet Strafanzeige gegen den Schlachtkonzern Tönnies mit Hauptsitz in NRW. Einen Bericht dazu hat auch der NDR gedreht.
Die erschreckenden Videos zeigen darüberhinaus den Todeskampf der Tiere mit Atemnot, Panik und Schmerzen. Etwa eine halbe Minute kämpfen die Schweine verzweifelt gegen das Ersticken, bevor sie das Bewusstsein verlieren. Sie schreien, strampeln und schlagen mit ihren Köpfen gegen den Käfig. Die Aufnahmen zeigen den umstrittenen Standard, mit dem rund 80 % aller Schweine im Schlachthof mittels CO₂ betäubt werden.
Anna Schubert, Sprecherin von ARIWA, sagt: „Das ist illegal, was hier passiert, und zeigt den Standard der Branche. Kaum jemand weiß, dass unter solchen Umständen Schweinefleisch produziert wird. Würden solche Videos im Supermarkt laufen, würde das keiner kaufen…Tiere dürfen bei einer Betäubung keine Schmerzen haben. Hier sehen wir aber, wie sie Höllenqualen durchleiden. Und anstatt diese Tierquälerei zu verbieten, schauen die Behörden weg und tun einfach nichts dagegen….Ganz tief mit drin stecken die Veterinärämter. Tierärzte sollen Tiere schützen. Stattdessen unterstützen sie das System der Tierquälerei. Wenn man sieht, wie Schweine schreien, sich wehren und mit Schlägen in diese Gruben gezwungen werden, wie kann man da einfach wegschauen? Und das auch noch als Tierärztin?“
Und weiter kommentiert sie: „Die Politik versucht, mit scheinheiligen Gesetzen zur Videoüberwachung so zu tun, als würde sich etwas verbessern. Was ändert Videoüberwachung am Erstickungskampf der Schweine? Gar nichts….Wenn schon die Betäubung so aussieht, die eigentlich Leid verhindern soll, wie soll das dann jemals ohne Quälerei ablaufen? Schlachtung wird immer ein Kampf ums Überleben bleiben.“
ARIWA hat Tönnies mit den konkreten Vorwürfen konfrontiert. Der Konzern nahm dazu jedoch auch diesmal keine inhaltliche Stellung.
Die Aufnahmen stammen aus der R. Thomsen EU-Großschlachterei GmbH in Kellinghusen (Landkreis Steinburg, Schleswig-Holstein). Der Betrieb gehört zum Schlachtkonzern Tönnies, der heute unter dem Namen Premium Food Group firmiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) zählt zu den größten Fleischproduzenten Europas. Da sich der Unternehmenssitz in Nordrhein-Westfalen befindet, hat ARIWA Strafanzeige gegen den Konzern bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Dortmund (Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität) in Nordrhein-Westfalen erstattet. Diese Anzeige wurde an die Staatsanwaltschaft in Itzehoe abgegeben.
Quelle: PM von ARIWA
Wie bei den letzten Tönnies Skandalen wird wahrscheinlich wieder gar nichts gegen den Betrieb unternommen – mit der üblichen billigen Ausrede, dass es hier um Arbeitsplätze gehe.
Weitere Informationen: https://www.ariwa.org/toennies
Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) deckt mit investigativen Recherchen die Zustände in der Tierwirtschaft auf. Mit rund 25 Ortsgruppen bundesweit setzt sich ARIWA für das Ende jeglicher Tierausbeutung ein.










